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Die Gründung
| Die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft e.V. (IHEG), hervorgegangen aus einer gemeinsamen Initiative von Frau Stephanie Eisler und des Musikwissenschaftlers Dr. Albrecht Dümling, wurde am 21. Mai 1994 im Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin gegründet. Zum Präsidenten wurde der Komponist Prof. Wolfgang Hufschmidt, Autor eines Buches über Eisler und zuletzt Rektor der Folkwang Hochschule Essen, gewählt.
Am 27. November des gleichen Jahres stellte sich die schon damals über 100
Mitglieder aus aller Welt umfassende Gesellschaft in einer
Festlichen Matinee in der Akademie der Künste Berlin am Hanseatenweg der
Öffentlichkeit vor. Das ensemble attacca (Leitung: Konstantia Gourzi)
spielte Werke von Alban Berg, Anton Webern und Hanns Eisler. Der
Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hans Mayer
hielt eine Festansprache unter dem Titel "Über Hanns Eisler den
Zeitgenossen". In seiner Begrüßung deutete Prof. Hufschmidt die Programmfolge Berg - Webern - Eisler als programmatisch: 1.
Wir bestehen darauf, daß Hanns Eisler ein Platz in der Geschichte der Neuen Musik
gebührt, die von Wien ausging, als Schönberg-Schüler. In diesem Sinne wäre
die berühmte Widmung in Bergs Kammerkonzert, dessen ersten Satz wir gleich
innerhalb der Geburtstagskompositions-Trilogie zu Ehren Schönbergs hören
werden, zu korrigieren. Wir meinen, daß - entgegen aller sogenannten
Volksweisheit - "aller guten Dinge" ausnahmsweise nicht drei, sondern
vier sind. 2.
Wir bleiben dabei und wollen auch in neukonservativen Wende-Zeiten darauf
aufmerksam machen, daß wir im Werk Eislers den großen historischen Versuch
sehen, künstlerische und gesellschaftliche Fortschrittlichkeit miteinander zu
verbinden. Und
3. wollen wir uns dafür einsetzen, daß dieses Werk als ein gewichtiges Stück
deutsch-deutsch gemeinsamer Tradition und Geschichte über Grenzen, Mauern
(denen aus Beton wie denen in den Köpfen) und Wenden hinweg Bestand hat. Was
uns in Einigungsverträgen vorenthalten wird, wollen wir - im Sinne eines
Nachtrages - zum Bestandteil eines deutsch-deutschen Vertrages machen, der noch
zu formulieren wäre, als unsere Aufgabe (und die unserer Nachgeborenen), die
deutsch/deutschen geistigen und künstlerischen Ressourcen einer geschichtlichen
Wiedervereinigung zuzuführen. Solch eine Wiedervereinigung (die diesen Namen
dann verdient hätte) ist ohne Hanns Eisler nicht denkbar: sein Lebensweg, sein
Denken und sein kompositorisches Handeln sind durch unsere gemeinsame Geschichte
bestimmt und geprägt worden, sein Werk ist ein Dokument der deutschen
Zeitgeschichte wie das keines anderen Komponisten dieses zu Ende gehenden
Jahrhunderts. Es
ist höchste Zeit, sich an die Arbeit zu machen: denn die Auseinandersetzung mit
dem Werk Eislers bedeutet Arbeit, die Aufarbeitung der deutschen Geschichte
dieses Jahrhunderts.
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Die Gesellschaft heute
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Der
Gesellschaft gehören heute über 150 Mitglieder aus 14 Ländern an, darunter
Künstler, Komponisten, Musikwissenschaftler und Musikjournalisten,
die an der Förderung des Lebenswerks von Hanns Eisler Anteil
nehmen und die zur Verbreitung seines Werkes beitragen wollen. Stephanie Eisler und
Wolfgang Hufschmidt im Berliner Eisler-Haus in der Pfeilstraße 9.
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EislerTage
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Einmal im Jahr veranstaltet die IHEG EislerTage, die mit der Mitgliederversammlung verbunden sind. Dabei wird in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern jeweils ein bestimmter Aspekt im Schaffen Eislers vorgestellt und diskutiert. Bislang gab es die folgenden EislerTage : 1994 in der
Akademie der Künste Berlin
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Weitere Projekte
| Im Juni 1998
veranstaltete die Internationale Eisler Gesellschaft im Staatlichen
Institut für Musikforschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den
1. Internationalen Eisler-Kongress. |
Die Gesellschaft war außerdem Kooperationspartner bei folgenden wissenschaftlichen Veranstaltungen: - April 1998, Wien: Hanns-Eisler-Symposion zum 100. Geburtstag (in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Musik) - April - Juli 1998, Berlin: Ringvorlesung "Hanns Eisler" (in Kooperation mit den Professoren G. Mattenklott und A. Riethmüller/ Freie Universität Berlin) - Mai 1998, Los Angeles: Filmmusik-Symposium (in Kooperation mit der Stiftung Villa Aurora) - Wintersemester 2001/2002: Vortragsreihe "Wer war Hanns Eisler?" (in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin) - Oktober 2002, Berlin: Symposium "Hanns Eislers 'Johann Faustus'" (in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste) - Dezember 2003, Wien: Symposium "Hanns Eisler - ein Komponist ohne Heimat?" (in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) Darüber hinaus organisiert und koordiniert die Gesellschaft vielfältige künstlerische und wissenschaftliche Unternehmungen zu Werk und Person Hanns Eislers sowie zur Förderung lebendiger Werkinterpretation. So veranstaltete sie im Februar 2001 einen Wettbewerk "JugendSzene politische Musik"; er richtete sich an Nachwuchsbands aus Berlin und Brandenburg, die eigene Stücke in einem weitgefasst politischen Kontext produzieren. Für die kommenden Jahre ist dieser Wettbewerb, der mit den Mitteln der Musik politische Meinungsbildung und Verantwortung fördern will, als bundesweiter Wettbewerb geplant. Zu den weiteren Projekten der Gesellschaft gehören ein Kompositionspreis für innovativ-engagierte Chormusik sowie ein Interpretationspreis für Liedschaffen der Wiener Schule.
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