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Vorstand 

Den Vorsitz der Gesellschaft hat seit November 2006 der Literatur- und Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Völker inne. Er hat damit die Nachfolge von Prof. Wolfgang Hufschmidt angetreten.

Die weiteren Mitglieder des Vorstands sind:

Dr. Gerhard Müller, Publizist, Berlin
Dr. Oliver Dahin, Musikwissenschaftler, Berlin
Dr. Albrecht Dümling, Musikwissenschaftler, Berlin
Prof. Dr. Hartmut Fladt, Komponist, Berlin
Johannes Gall, Musikwissenschaftler, Berlin
Christoph Keller, Pianist, Zürich
Prof. Dr. Günter Mayer, Musikwissenschaftler, Berlin
Prof. Dr. Christian Martin Schmidt, Musikwissenschaftler, Berlin
Dr. Peter Schweinhardt, Musikwissenschaftler, Berlin
Annette Thein, Musikwissenschaftlerin, Kassel
Robert Wißmann, Musikpädagoge, Berlin


Präsidium 

Dem Präsidium der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft gehören Persönlichkeiten an, die sich um das Werk des Komponisten verdient gemacht haben. Dies sind: 

Daniel Barenboim, Dirigent, Berlin 
Mordecai Bauman, Sänger, New York 
Prof. Albrecht Betz, Germanist, Paris/Aachen
Prof. David Blake, Komponist, York/GB 
Prof. Konrad Boehmer, Komponist, Amsterdam
Volker Braun, Schriftsteller, Berlin 
Friedrich Cerha, Komponist, Wien 
Prof. Ulrich Eckhardt, Kulturpolitiker, Berlin 
Prof. Dietrich Fischer-Dieskau, Sänger, Berlin 
Kurt Groenewold, Rechtsanwalt, Hamburg
Jörg A. Henle, Verleger, Berlin 
Prof. Paul W. Hertin, Rechtsanwalt, Berlin
Prof. Nicolaus A. Huber, Komponist, Essen 
Prof. Luca Lombardi, Komponist, Marino/Rom 
Prof. Gert Mattenklott, Germanist, Berlin
Gisela May, Schauspielerin, Berlin
Gottfried Möckel, Verleger, Wiesbaden 
Prof. Oskar Negt, Soziologe, Hannover
Prof. Christoph Poppen, Musiker, Berlin-München
Friedrich Schenker, Komponist, Berlin 
Prof. Christian Martin Schmidt, Musikwissenschaftler, Berlin
Lieselotte Sievers, Verlegerin, Wiesbaden
Margarethe von Trotta, Filmregisseurin, München
Prof. Barbara Zeisl-Schoenberg, Literaturwissenschaftlerin, Los Angeles 
Prof. Udo Zimmermann, Komponist und Intendant, Dresden.

Verstorbene Präsidiumsmitglieder: 

Prof. Reiner Bredemeyer, Komponist, Berlin
Prof. Georg Eisler, Maler, Wien
Stephan Hermlin, Dichter, Berlin
Prof. Dr. Georg Knepler, Musikwissenschaftler, Berlin
Prof. Rolf Liebermann, Komponist u. Intendant, Paris
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Mayer, Literaturwissenschaftler, Tübingen
Heiner Müller, Dichter u. Regisseur, Berlin 
Leonard Stein, Pianist u. Musikwissenschaftler, Los Angeles
Giorgio Strehler, Regisseur, Milano
John Willett, Kulturtheoretiker, London 
Prof. Herbert Zipper, Dirigent und Pädagoge, Los Angeles

 

 

Die Gründung

Die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft e.V. (IHEG), hervorgegangen aus einer gemeinsamen Initiative von Frau Stephanie Eisler und des Musikwissenschaftlers Dr. Albrecht Dümling, wurde am 21. Mai 1994 im Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin gegründet. Zum Präsidenten wurde der Komponist Prof. Wolfgang Hufschmidt, Autor eines Buches über Eisler und zuletzt Rektor der Folkwang Hochschule Essen, gewählt. 

Am 27. November des gleichen Jahres stellte sich die schon damals über 100 Mitglieder aus aller Welt umfassende Gesellschaft in einer Festlichen Matinee in der Akademie der Künste Berlin am Hanseatenweg der Öffentlichkeit vor. Das ensemble attacca (Leitung: Konstantia Gourzi) spielte Werke von Alban Berg, Anton Webern und Hanns Eisler. Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hans Mayer hielt eine Festansprache unter dem Titel "Über Hanns Eisler den Zeitgenossen".  

 
Von rechts nach links: Stephanie Eisler, Prof. Dr. Hans Mayer, Prof. Hufschmidt mit Frau. 

In seiner Begrüßung deutete Prof. Hufschmidt die Programmfolge Berg - Webern - Eisler als programmatisch: 

1. Wir bestehen darauf, daß Hanns Eisler ein Platz in der Geschichte der Neuen Musik gebührt, die von Wien ausging, als Schönberg-Schüler. In diesem Sinne wäre die berühmte Widmung in Bergs Kammerkonzert, dessen ersten Satz wir gleich innerhalb der Geburtstagskompositions-Trilogie zu Ehren Schönbergs hören werden, zu korrigieren. Wir meinen, daß - entgegen aller sogenannten Volksweisheit - "aller guten Dinge" ausnahmsweise nicht drei, sondern vier sind.

2. Wir bleiben dabei und wollen auch in neu­konservativen Wende-Zeiten darauf aufmerksam machen, daß wir im Werk Eislers den großen historischen Versuch sehen, künstlerische und gesellschaftliche Fortschrittlichkeit miteinander zu verbinden.

Und 3. wollen wir uns dafür einsetzen, daß dieses Werk als ein gewichtiges Stück deutsch-deutsch gemeinsamer Tradition und Geschichte über Grenzen, Mauern (denen aus Beton wie denen in den Köpfen) und Wenden hinweg Bestand hat. Was uns in Einigungsverträgen vorenthalten wird, wollen wir - im Sinne eines Nachtrages - zum Bestandteil eines deutsch-deutschen Vertrages machen, der noch zu formulieren wäre, als unsere Aufgabe (und die unserer Nachgeborenen), die deutsch/deutschen geistigen und künstlerischen Ressourcen einer geschichtlichen Wiedervereinigung zuzuführen. Solch eine Wiedervereinigung (die diesen Namen dann verdient hätte) ist ohne Hanns Eisler nicht denkbar: sein Lebensweg, sein Denken und sein kompositorisches Handeln sind durch unsere gemeinsame Geschichte bestimmt und geprägt worden, sein Werk ist ein Dokument der deutschen Zeitgeschichte wie das keines anderen Komponisten dieses zu Ende gehenden Jahrhunderts.

Es ist höchste Zeit, sich an die Arbeit zu machen: denn die Auseinandersetzung mit dem Werk Eislers bedeutet Arbeit, die Aufarbeitung der deutschen Geschichte dieses Jahrhunderts.

 

Die Gesellschaft heute

Der Gesellschaft gehören heute über 150 Mitglieder aus 14 Ländern an, darunter Künstler, Komponisten, Musikwissenschaftler und Musikjournalisten, die an der Förderung des Lebenswerks von Hanns Eisler Anteil nehmen und die zur Verbreitung seines Werkes beitragen wollen. 

Stephanie Eisler und Wolfgang Hufschmidt im Berliner Eisler-Haus in der Pfeilstraße 9.



Prof. Dr. Klaus Völker, IHEG-Vorsitzender seit November 2006

EislerTage

Einmal im Jahr veranstaltet die IHEG EislerTage, die mit der Mitgliederversammlung verbunden sind. Dabei wird in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern jeweils ein bestimmter Aspekt im Schaffen Eislers vorgestellt und diskutiert. Bislang gab es die folgenden EislerTage :

1994 in der Akademie der Künste Berlin
1995 in der Folkwang Hochschule Essen
1996 in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin im bat-Studiotheater
1997 im Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik
1998 im Gewandhaus zu Leipzig
1999 in Zusammenarbeit mit der Joris Ivens Stiftung in Nimwegen/Holland
2000 im Ernst Bloch Zentrum Ludwigshafen
2001 in der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin
2002 in der Akademie der Künste Berlin
2003 im Literaturforum im Brecht-Haus Berlin
2004 in der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin
2005 in Zusammenarbeit mit der Kurt Tucholsky Gesellschaft in der Landes- und Zentralbibliothek Berlin sowie im Deutschen Theater
2006 im Konzerthaus Berlin sowie in der Komischen Oper Berlin


Weitere Projekte

Im Juni 1998 veranstaltete die Internationale Eisler Gesellschaft im Staatlichen Institut für Musikforschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den 1. Internationalen Eisler-Kongress. 

Die Gesellschaft war außerdem Kooperationspartner bei folgenden wissenschaftlichen Veranstaltungen: 
- April 1998, Wien: Hanns-Eisler-Symposion zum 100. Geburtstag (in Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Musik)
- April - Juli 1998, Berlin: Ringvorlesung "Hanns Eisler" (in Kooperation mit den Professoren G. Mattenklott und A. Riethmüller/ Freie Universität Berlin)
- Mai 1998, Los Angeles: Filmmusik-Symposium (in Kooperation mit der Stiftung Villa Aurora)
- Wintersemester 2001/2002: Vortragsreihe "Wer war Hanns Eisler?" (in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin)
- Oktober 2002, Berlin: Symposium "Hanns Eislers 'Johann Faustus'" (in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste)
- Dezember 2003, Wien: Symposium "Hanns Eisler - ein Komponist ohne Heimat?" (in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg am Institut für musikalische Stilforschung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)

Darüber hinaus organisiert und koordiniert die Gesellschaft vielfältige künstlerische und wissenschaftliche Unternehmungen zu Werk und Person Hanns Eislers sowie zur Förderung lebendiger Werkinterpretation. So veranstaltete sie im Februar 2001 einen Wettbewerk "JugendSzene politische Musik"; er richtete sich an Nachwuchsbands aus Berlin und Brandenburg, die eigene Stücke in einem weitgefasst politischen Kontext produzieren. Für die kommenden Jahre ist dieser Wettbewerb, der mit den Mitteln der Musik politische Meinungsbildung und Verantwortung fördern will, als bundesweiter Wettbewerb geplant. 

Zu den weiteren Projekten der Gesellschaft gehören ein Kompositionspreis für innovativ-engagierte Chormusik sowie ein Interpretationspreis für Liedschaffen der Wiener Schule.